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Leistungsschutzrecht: Alle auf die Barrikaden für Google-Profite!

30. 8. 2012 ·

Wenn die kleinbürgerliche deutsche Blogosphäre zum Protest aufruft ist Vorsicht geboten. Hier sind keine Revolutionen zu erwarten, oft werden einfach die die sich nicht so recht wehren können angegriffen wenn es darum geht auf die Kacke zu hauen.

Oft genug in der Geschichte der deutschen Blogs wurden Journalisten, die Journalisten oder der Journalismus an sich mit Schlamm beworfen.

Nun können die wenigstens zurück schreiben und verfügen über eine größere Reichweite. Solche Rebellionen waren dann doch wenigstens irgendwo ehrenhaft zumal es meist darum ging irgendwelche Verfehlungen auf zu greifen.

Nun geht es gegen die Verlage und den Journalismus an sich und für Google, genauer gesagt für Google-Profite.

Der scheinbar wehrlose Konzern aus den USA der in Deutschland das Suchmaschinen-Monopol hat soll per Gesetz seine Gewinne mit der Presse teilen, also den Leuten die die Inhalte verfassen an denen Google sich seine goldene Nase verdient.

Aber nein, ich höre und staune, die Blogger sind dagegen, weil Google-Profite gleich Meinungsfreiheit.

Wenn also nur Google an fremden Inhalten reich wird und die Presse den Bach runtergeht na dann ist die Meinungsfreiheit ja gesichert.

Na klar. Google bezahlt ja gerne Blogger um genehme Meinungen zu pushen. Anders kann ich mir den Sturm der Entrüstung nicht erklären. Auch waren die infantilen “Blogger gegen Journalisten” Grabenkämpfe längst ein Ding der Vergangenheit, als sich manch Blogger für was Besseres hielt.

Der Google-Konzern muss also scheinbar geschützt werden, denn dieser hat ja keine Fürsprecher oder was?

Wohingegen die niederträchtige Presselobby die Politik instrumentalisiert um sich Gewinne von Staats wegen zu sichern. So was idiotisches ging schon lang nicht durch die Blogs. Für mich ist das ein Anzeichen für den sich verstärkenden Niedergang der hiesigen Blogosphäre. Ich lese längst vor Allem Englischsprachige Publikationen.

Das sog. Leistungsschutzrecht wird verteufelt, teils weil es zunächst auch gegen Copy und Paste Blogger ging die sich vor Allem bei Spiegel und Co. bedienen. Nun geht es aber vor Allem darum, dass Google und andere Firmen auch die Kosten teilen müssen wenn sich Gewinne erzielen mit fremdem Inhalten. Vor Allem Google bietet mit mit Google News eine alternative Übersicht an Nachrichten bei der viele Leute gar nicht mehr in die Zeitung schauen müssen.

Es ist ja kein Geheimnis, dass die meisten Menschen eh alles nur überfliegen, insbesondere online, so ist eine Auflistung von Nachrichten die die Inhalte auch nur anschneidet oft ausreichend um sich ein Bild der Lage zu machen. Dann wird vielleicht noch ein oder zwei Artikel gelesen.

Kein Wunder also, dass die deutschen Verlage auch Geld dafür haben möchten.

Aber die Blogs die ja eh Geld verdienen fürs Schreiben als etwas anrüchiges betrachten sind dagegen. Wäre ja noch schöner wenn Journalismus zum Broterwerb taugen würde. Sollen sich doch alle gratis und von Zuwendungen des Staates ernähren. Wenn es nach den führenden deutschen Blogs geht gibt es bald eh nur noch Google und alle schreiben nur dafür und sind froh ihren “Content is King” Beitrag zu den Google-Profiten bei zu steuern.

Mein Rat an den typischen deutschen Blogger: Bringt weniger Scheinprotest und kopierte Spiegel-Artikel und mehr Eigenleistung.

Wenn ihr reiche Eltern habt auch gern umsonst. Journalisten für lau für Google arbeiten zu lassen hat aber nichts mit Meinungsfreiheit zu tun. Es gibt aber tatsächlich Leute da draußen die Geld verdienen wollen mit Schreiben und die keine Google-Aktien haben.

Also am besten nachdenken vor dem nächsten Sturm im Wasserglas und nicht dem größten Konzern in den Arsch kriechen, egal ob Google, Apple oder wer auch immer gerade der Liebling ist. Wer meint Journalisten müssten Google noch Geld dafür zahlen gelistet zu sein bei Google News kann ja selbst bald Google Adwords kaufen wen Google beschließt, dass es noch mehr Werbung platzieren will statt echte Suchergebnisse zu liefern im sichtbaren Bereich.

Wenn einer die Meinungsfreiheit beschränkt, dann ist es Google und ihre vielfältigen Zensur-Maßnahmen. Zuletzt arbeitet Google sogar mit der Musikindustrie zusammen und löscht ganze Websites aus Suchergebnissen allein auf Verdacht.

Wer jetzt wie manch bescheuerter Blogger schwarze Listen mit Publikationen macht der ist übrigens von der Bücherverbrennung nicht weit.

 

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Tags: Blogs · Deutschland · Web Trends

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