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ASUS Eee schlägt OLPC aka 100$ Laptop und Classmate PC von Intel/Microsoft

1. 11. 2007 · 6 Reaktionen


Der ASUS Eee kam eigentlich zuletzt. Zuvor gab es das „100 Dollar Laptop“ kurz XO bzw. OLPC wie das „Ein Laptop pro Kind“-Projekt offiziell heißt. Beide Notebooks sind Linux-basiert. Intel und Microsoft schlossen sich als Reaktion zusammen und kopierten den OLPC. Classmate PC tauften sie das Windows betriebene Konkurrenz-Produkt. Die Zielgruppe sind in allen Fällen Kinder oder eher Schüler. Der OLPC und der Classmate PC wollen die sog. Entwicklungsländer versorgen oder im letzteren Fall eher erobern.

Doch der ASUS Eee macht am Ende das Rennen. Warum? Anders als der 100 Dollar Laptop der inzwischen eher 200 kostet und auch die Windows-Kopie sind der Hauptabnehmer vom Eee nicht Staaten und Regierungen sondern Menschen.

Der ASUS wird schlichtweg dem Endkunden angeboten. Versteht mich nicht falsch, ich war frühzeitig von der 100$-Laptop Idee begeistert.

  • Doch warum sollen nur Kinder in Entwicklungsländern diese Rechner bekommen?
  • Und warum sollen ganz normale Käufer ausgeschlossen werden?

Das öffnet doch dem Missbrauch Tür und Tor. Ebay lässt grüßen.

Da Regierungen und Schulbehörden nun mal behäbig sind und die Bürokratie sehr zäh hat ASUS einen enormen Vorteil, de freien Markt. Wer jemals die DDR erlebt hat, der weiß wovon ich spreche.

So hat es den Anschein als würde der OLPC bislang nur in kleinen Pilotprojekten hier und da ausgeliefert werden. Der Classmate PC hingegen vermeldet erst einmal Verträge mit Regierungen von 2 besonders widerlichen Diktaturen, Pakistan und Libyen. Das zeigt auch welche Werte Microsoft unterstützt. Der OLPC will eher Märkte erobern die demokratischer sind, etwa Indien der Brasilien.

Jedenfalls ist der ASUS Eee schon in mehreren Versionen in einigen Ländern erhältlich und kommt in Deutschland voraussichtlich im November.

  • Unsere Kinder gehen also nicht leer aus?
  • Ach warum nur Kinder?
  • Wer sagt, das Laptops und sogar Subnotebooks noch klobig sein müssen?

Ich will auch so ein Ding.

Wer sich die drei Laptops ansieht dem fällt gleich auf, dass der Classmate PC wie einer der Möchtergern-Spielzeug Computer aussieht. Der OLPC hat ein bestechend ungewöhnliches Design und der ASUS Eee sieht einfach wie ein stylisches Gadget aus.

Von der Technologie ähneln sich der OLPC und der ASUS, beide verwenden Linux-Derivate die speziell für die Geräte entwickelt wurden. Angeblich soll der Classmate PC auch Linux unterstützen, per Voreinstellung ist da aber das für so ein System gänzlich ungeeignete Windows XP.

Statt einer Festplatte haben alle 3 Flash-Speicher, ähnlich wie wir sie schon aus Kameras kennen. Der Classmate ist von der Größe allerdings sehr dürftig: 1 – 2 GB, während der ASUS bis zu 8 bietet.

Die Auflösungen der Bildschirme sind kleiner als noch vor Jahren gewohnt: 800*480 Pixel. Allerdings soll laut Berichten der Eee auch 800*600 unterstützen.

Eigentlich muss man sich die Spezifikationen nicht so genau ansehen, denn anhand dieser Angaben wird schon klar, dass der Classmate ein billiger Abklatsch ist.

Dabei ist der ASUS Eee quasi der bessere 100 Dollar Laptop.

Auch er soll letztlich 200 $ kosten. Im Laden, nicht nur für Bestellungen ab einer Million Geräte.

Der OLPC bleibt die bessere Wahl für Kinder in Afrika dank seiner speziellen Anpassung an schwierige nicht nur klimatische Bedingungen.

Für Europäer schlägt der ASUS Eee die beiden Kontrahenten, zeitlich und von der Konfiguration. Das „teuerste“ Modell für voraussichtlich 300 Euro ist fast schon ein ausgewachsenes Subnotebook.

Es gibt inzwischen eine Reihe von Tests und Berichten über den ASUS Eee, hier eine Auswahl:

  1. EEE-PC.de
  2. Asus Eee – klein, billig, gut » neuerdings.com
  3. Asus eee – Mini-PC zum Minipreis | Frank Helmschrott
  4. Asus EEE Mini Laptop, erste Testberichte
  5. Asus Eee PC 701 Review by LAPTOP Magazine

Das Besondere an ASUS Notebooks ist zudem die Langlebigkeit. Mein letztes Subnotebook war eine ASUS und hat 4 Jahre Gehalten. Alle meine bisherigen Notebooks waren nach 2 Jahren platt, denn ich bin Power User 24h täglich.

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Tags: cool · Haben wollen · Test, Review

6 Reaktionen ↓

  • 1 XO: 100 Dollar Laptop von OLPC in Deutschland kaufen? // 16. 11. 2007 um 17:37

    […] sind die Konkurrenten von Intel und Microsoft “Classmate” bzw. der Eee von ASUS schon da bzw. auf dem Markt in den Läden zu kaufen wie beim ASUS […]

  • 2 ASUS Eee Alternative Everex Cloudbook UMPC ab 2008 // 13. 12. 2007 um 20:01

    […] Entwicklung. Nun war der ASUS Eee lange insofern Alternativ- und Konkurrenzlos insofern als das OLPC XO Notebook oder der Classmate PC für Entwicklungsländer gedacht […]

  • 3 EEE // 26. 12. 2007 um 14:39

    Sehr schöner Bericht. Ich hoffe nur, dass ich das Gerät demnächst einmal selbst in den Händen halten kann.

  • 4 Nyckelpiga // 28. 3. 2008 um 18:32

    Verstehe ich nicht, 300 EUR finde ich für so ein Gerät viel zu teuer, es gibt 100% vollwertige neue Laptops für unter 500 EUR, sogar ein IBM, also lieber mal nicht am falschen Ende sparen..

    http://www.notebook.de/ibm-lenovo-thinkpad-r61e-serie-g-717/

    Und wegen der Langlebigkeit, sicherlich hält soein Gerät länger, wenn keine beweglichen Teile wie Festplatte drin sind, da ist es auch nur noch eine Frage der Zeit, bis diese Art Speicher in die herkömmlochen Laptops Einzug hält und dann wird es einen IBM wie in dem zufällig gewählten Shop auch ohne Festplatte zu diesem Preis geben.

  • 5 zeitgeist // 28. 3. 2008 um 18:50

    Nyckelpiga: Im November 2007 sah die Lage noch etwas anders aus. Der Preis wurde damals auf knapp über 200 geschätzt.

  • 6 Der Hirsch // 15. 4. 2008 um 19:41

    „Da Regierungen und Schulbehörden nun mal behäbig sind und die Bürokratie sehr zäh hat ASUS einen enormen Vorteil, de freien Markt. Wer jemals die DDR erlebt hat, der weiß wovon ich spreche.“

    Mir scheint, dass Du, lieber Autor, die DDR nicht wirklich miterlebt hast.

    Bei so manchen Problemen war die Bildung in der DDR Weltspitze. Wer jemals einen Studenten aus der DDR neben einem „Pisa-Kind“ gesehen hat, weiß wovon ich rede…